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If you are leaving San Francisco…

Das Surfboard unterm Arm schlendert Scott zum Strand – die Sonne scheint, die Wellen rauschen – da fasst er eine Entscheidung: Scott zieht um – nach Berlin.

 

Dienstagnachmittag, 13:30, Zeit für mein Highlight des Tages! Ich gehe rüber zum Lightroom, wo ich gleich anderthalb Stunden Englischunterricht bei Scott haben werde. Die Tür steht meistens offen, Scott ist schon bereit. Ich setze mich ihm gegenüber an den großen, weißen Tisch und schaue ihm erwartungsfroh ins Gesicht.

Seit Anfang November 2017 arbeitet Scott bei mtc als Vollzeit-Englischlehrer. In der Lounge habe ich schon Gespräche über seinen Unterricht mitgehört:

„Bei Scott fühlt man sich wohl.“ „Er ist immer so motiviert – das steckt an.“ „Bei ihm traue ich mich, Englisch zu sprechen und wenn er spricht, verstehe ich ihn.“

Fast jeder von uns weiß, dass Scott aus Kalifornien kommt. Sein Lieblingshobby ist das Surfen – wenn er vom Surfen spricht, leuchten seine Augen. „Du brauchst nur dein Board und die Wellen.“ – Es ist die Einfachheit, die Scott liebt.

Auch in seinem Job spielt Einfachheit eine Rolle:

„As an English teacher it is about simplifying things. I use simple language so that others understand me and I take the complicated things away.”

Im Unterricht holt Scott eine Mappe heraus. Auf dem Deckblatt steht „Baja Malibu“. Verschmitzt sieht er mich an und fragt, was Baja Malibu ist. Ich rate. Ein Cocktail? Er schüttelt den Kopf, lächelt und verrät mir: Baja Malibu ist ein Surfspot in Mexico. Scott hat jedem seiner Englischklassen den Namen eines seiner Lieblingssurfspots gegeben. Ich finde das genial – er verbindet die Notwendigkeit der Arbeitsorganisation mit seiner Liebe zum Surfen und ich fühle mich sofort sehr wohl mit meinem neuen Namen und irgendwie auch verbunden mit diesem mir unbekannten Ort.

Man spürt, dass es Scott ein großes Anliegen ist, dass seine Schüler sich wohlfühlen:

„As a teacher you have a unique opportunity to connect to people, to learn about the company and to help the company. I am here to collectively raise the English level and give people a safe and comfortable space to practice and make mistakes. I would also like to give my colleagues a little time-out. They should say: I am so busy, I need my English lessons.”

Er selbst hat sich das Ziel gesetzt, Deutsch auf C1-Niveau sprechen zu können.

„Then I have more opportunities to help.“

Um sein Ziel zu erreichen, geht er drei Mal die Woche in die VHS Wedding und schlägt sich mit den verwirrenden, deutschen Artikeln herum. Anfangs war in Berlin jeder Gang zum Postamt ein Abenteuer – jetzt fühlt er sich immer wohler – nach der Arbeit bei mtc switched er immer um ins Deutsche.

Erst Psychologie-Student in Kalifornien, dann Verkäufer von Hängematten in San Diego, später angestellt bei einem medizinischen Forschungsunternehmen – dann der Umzug – Scott lernt gern dazu und sagt von sich selbst:

„I always have some crazy ideas in mind.“

Er fügt hinzu:

„The best business plan is to create something and then give it away for free.“

Seine Augen leuchten wieder. Ich weiß, worauf er anspielt. Er hat da eine Idee im Kopf…

Aber das ist eine andere Geschichte.

Fragt ihn einfach selbst danach – in eurem Englischunterricht! 😉

 

 

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