Alice

Speed-Dating als Weg zum Glück?

Wir sind nicht nur ITler, sondern auch Kampfkünstler, Tontechniker und Drohnenexperten. Viele Wege führen zu mtc…

Wenn ich auf meinen Weg zu mtc zurückblicke, muss ich grinsen. Ich war damals Lehramtsstudentin in Berlin. In meinem Kopf gab es die Anti-Vision, dass ich keine Lehrerin werden wollte, die nur aus ihrer Schulerfahrung und aus ihrer Universitätserfahrung heraus lehrt: Lernstoff zerkauen, Dinge erklären, die sofort wieder vergessen werden. Nope, da musste es noch andere Wege geben.

Zwei Erfahrungen gab es dazu:

Irgendwann hatte ich mal vor den Gropius Passagen eine Gruppe rauchender Jugendlicher angesprochen, einfach mal gefragt: “Was sind eure Träume?” Die haben mich erstmal schräg angeguckt, gemustert und gelacht. Dann meinte einer: “Hey, die meint das ernst!” Dann kamen die Antworten: “Autorennen fahren, Pilot werden…” Ganz viel kam da! Und dazu habe ich die Freude gespürt, die ich mit der Frage bewirkt hatte.

Ganz viel Tatendrang, Unternehmergeist und Mut flogen mir da entgegen.

Das hat mich tief berührt.

Ich selbst hatte ein Jahr zuvor meine eigenen Erfahrungen gesammelt mit dem “Ideen-Umsetzen”, mit der Übersetzung von Gedanken in Taten, eine wirklich beflügelnde Sache!  An der Freien Universität Berlin gab es da so einen Wettbewerb, Funpreneur nannte der sich. Da sollten wir mit nem Startkapital von fünf Euro ein Unternehmen gründen, tatsächlich Tun, nicht nur reden. Ich habe damals mit einem Italiener, einer Italienwissenschaftlerin und einer BWLerin die GbR “Rent a game – Spaß im Gras” gegründet, einen Spieleverleih in den Stadtparks von Berlin! Wir haben unter 50 Euro verdient, aber wir hätten bestimmt noch wachsen können. Es war eine Erfahrung von Wirtschaft als einem freien Feld des Tuns, des Lösens von Problemen, des Verwirklichens von Ideen…

Aus diesen beiden Erfahrungen kam die Vision: Unternehmergeist muss in die Schulen!

Wie das Schicksal es wollte, lernte ich im nächsten Moment auf einer Konferenz der Stiftung der Deutschen Wirtschaft einen Menschen kennen, der mir von einem Programm erzählte: “Universum Wirtschaft. Impulse für die Lehrer von morgen.” Dafür bewarb ich mich auf der Stelle. Ein paar Wochen später die Zusage und schon war ich am Start. Zusammen mit Lehramtsstudierenden aller Fachrichtungen. Wir büffelten Grundlagen der Betriebswirtschaft, reisten durch die Berliner Schullandschaft und, das Beste kam zum Schluss, wir nahmen allesamt teil an einem Speed-Dating!

Ich hatte so etwas noch nie gemacht, war aufgeregt, legte mir schöne Sätze zurecht. Ich weiß sogar noch, welche Kleidung ich trug! Schwarzes Kleid mit roter Bluse drüber. Beides Second-Hand. Ich kam sehr knapp, gerade noch pünktlich in den Raum gerauscht, setzte mich in den inneren Stuhlkreis und dann ging’s auch schon los. Im inneren Kreis waren die Lehrämtler, im Äußeren die Wirtschaftsvertreter. Mit jedem von denen hatte jeder von uns drei Minuten Zeit zum Quatschen. Oh oh! Was erzählt man einem Menschen aus der Wirtschaft? Einem, der nen Anzug trägt und ernst guckt bzw. verhalten lächelt? I don’t know! Purer Stress! Ich quasselte trotzdem: “Ich finde Wirtschaft interessant, weil…ich möchte lernen, wie…” Ich weiß nicht mehr, ob das klug war, was ich da erzählte, wahrscheinlich nicht.

Bei meinem letzten Gesprächspartner konnte ich nicht mehr. Er atmete durch. Ich atmete durch. Er lächelte. Ich lächelte.

Zum ersten Mal in dieser Runde kam ich im Moment an.

Dann ließ ich alles fallen, was ich vorher abgespult hatte und irgendwie kamen wir dann auf Tim Ferriss. Ob er mich gefragt hatte, was ich gerade lese? Die 4-Stunden-Woche mit dem Untertitel “mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben” kannten wir jedenfalls beide und sie hatte uns beide auf eine Art interessiert und begeistert. Ich fühlte mich wohl mit diesem Herrn, der anfangs noch erzählt hatte, dass er mit Kühe-Melken in sein Berufsleben gestartet war. Nahbar, echt und irgendwie cool.

Bei dem Matching-Fragebogen im Anschluss an die Datingrunde kreuzte ich super-fett seinen Namen an, Arne Krüger! Dazu schrieb ich noch an den Rand: Bitte, bitte, bitte! Bei der Auswertung unten in der Lounge des Hauses der Wirtschaft hieß es dann: Alice Rathgeber und…Arne Krüger! Huha! Glück vollkommen, Umarmung. Die anderen klatschten Beifall, freuten sich mit. Meine Freundin hatte ein Matching mit Arnes bestem Freund und so zogen wir alsbald zusammen los. Tony und Arne erklärten uns die Wirtschaftskrise, erzählten von der Kunst des Verkaufens und von Zen, wir fragten und  fragten und fragten.

Ich fühlte mich sehr beschenkt mit der Begegnung dieser beiden Menschen. Trotzdem verlief sich der Kontakt im Berliner Stadtleben. Einmal war ich noch zu Besuch bei moving targets consulting, Arne zeigte mir sein Unternehmen, ich lernte Gunnar, seinen Freund und Mitgründer kennen und die wunderschönen Büroräume in Kreuzberg. Ich steckte damals in meiner “Mützenphase” und rannte die ganze Zeit mit einer Zebramütze auf dem Kopf hinter Arne her, im Nachhinein denke ich, dass ich wohl etwas komisch gewirkt haben könnte.

Anscheinend nicht komisch genug. 2014 suchte ich eine Wohnung, wollte mein Leben umkrempeln, nach dem Lehramtsbachelor jetzt etwas mit Wirtschaft studieren. Weil Wohnungen-Suchen in Berlin ein Ultramarathon ist, beschloss ich mein Netzwerk zu nutzen, schrieb alle Freunde und Bekannten an, ob sie nen Such-Tipp für mich hätten.

Zurück meldete sich: Arne.

“Unser Projektbüro wird frei, du kannst vorbeikommen und es dir ansehen.”

Diese Einladung führte schließlich zu einem neuen zu Hause und: zu meinem ersten Job bei mtc. Direkt am ersten Montag des Folgemonats startete ich als Teamassistentin. Ich hieß jetzt selbst Menschen bei mtc willkommen, lernte neue Menschen kennen, redete viel. Meine Stelle wurde als “mtc Adler” und als “Drehscheibe der Kommunikation” umschrieben. Ein Jahr später rutschte ich in den Support, jetzt, mit dem Master in der Tasche, bin ich Online-Redakteurin und Reporterin bei mtc, intern habe ich mir den Namen “Karla Kolumna” eingehandelt. Mit diesem Namen kann ich sehr gut leben. Ich berichte aus unserem mtc-Leben, von unserer Arbeit, stelle Fragen und beobachte.

Ich darf mit Schreiben meinen Lebensunterhalt verdienen.

Das ist ein großes Glück.

Vielleicht kann man durch Speed-Dating doch seinem Glück auf die Sprünge helfen! 😉

 

 

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